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Die Praxis ist geschlossen vom 22.12.2017.- 01.01.2018

Vertretung: Herr Dr. med. J. Welnic
Hauptstr. 68, 45549 Sprockhövel, Tel. Nr. 02324/ 395 63 67

In dringenden Notfällen ist mittwochs und freitags, am Wochenende sowie an Feiertagen ab 13:00 Uhr
der ärztliche Notdienst unter der Tel. Nr. 116 117 erreichbar.

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Epilepsie

Ursache und Auswirkungen einer Epilepsie

Die Epilepsie wird auch als Anfallsleiden bezeichnet und beschreibt Störungen, die in Folge mangelnder Synchronisation von Entladungen im Gehirn entstehen. Sie kann genetisch verursacht sein oder durch eine erworbene Hirnschädigung, z.B. durch Hirnentzündungen, Hirntumoren oder Schädel-Hirn Verletzungen. Aber auch Fieber, Stoffwechselentgleisungen können zu Anfällen führen, ebenso wie ein Alkoholentzugssymptom, eine Unterzuckerung oder die Einnahme bestimmter Medikamente. Ein großer Anfall (grand Mal) führt zu plötzlichem Bewusstseinsverlust, zum Sturz und zu krampfartigen, zuckenden oder schlagenden Bewegungen. Der Anfall dauert meist wenige Minuten. Dauert er länger und die Betroffenen erlangen ihr Bewusstsein nicht wieder, sprechen wir von einem Status. Diese Situation kann lebensbedrohlich sein und bedarf sofortiger notfallärztlicher Behandlung.

Diagnose

Es gibt Anfälle, die kaum bemerkbar sind. Die Betroffenen sind kurzfristig wie abwesend, die Erscheinungen können mehrmals täglich auftreten. Es gibt Anfälle, in denen die Patienten sinnlos herumlaufen oder  ungewöhnliche Bewegungsabläufe zeigen und Anfälle, die sich nur auf eine Körperregion beziehen und dort zu umschriebenen Zuckungen oder Missempfindungen führen können. Je nachdem, in welcher Hirnregion die Störung liegt, zeigt sich diese in spezifischer Weise. Oft wird der Notarzt gerufen, bei seinem Erscheinen ist die Symptomatik bereits wieder rückläufig und bedarf keines weiteren ärztlichen Handelns. Um ein genaues Bild über den Ablauf eines Anfalls zu bekommen, empfiehlt sich eine Videoaufnahme und ein Aufzeichnen auf dem Handy. Neben der Videoaufzeichnung ist auch die Ableitung eines EEG für die Diagnose unverzichtbar. Im EEG lässt sich darstellen, in welcher Weise die Gehirnaktivität gestört ist. Die genaue Beschreibung des Anfalls hilft, die Lokalisation der Hirnschädigung zu orten und die notwendigen therapeutischen Maßnahmen zu treffen. 

Therapie und Medikation

Es gibt inzwischen eine Reihe vieler, auch moderner Antiepileptika, die gut vertragen werden und in aller Regel zur Anfallsfreiheit führen. Die Antiepileptika müssen in der Regel dauerhaft eingenommen werden. Ab und wann im Einzelfall ein Absetzen der Medikation vertretbar ist, muss sehr sorgfältig überlegt werden. Auf keinen Fall sollen die Medikamente abrupt abgesetzt werden. Es ist immer darauf zu achten, ausreichend Medikamente, z.B. für einen Urlaub, bei sich zu haben. Das plötzliche Weglassen von Antiepileptika kann zu erheblichen Problemen bis hin zu einem Status epilepticus führen. Daher ist gerade bei Anfallsleiden auf eine konsequente, regelmäßige und zuverlässige Einnahme der verordneten Medikamente zu achten.

Nur in wenigen Fällen bleiben Patienten therapieresistent und entwickeln trotz optimaler Behandlung immer wieder Anfallsereignisse. In einzelnen Fällen lassen sich Anfallsleiden heutzutage auch operativ behandeln. Es gibt spezifische Zentren, die sich auf eine intensive Diagnostik und Therapie spezialisiert haben.

Patienten mit einer Epilepsie müssen bestimmte Aspekte beachten so kann sich das Anfallsleiden auf die Fahrtüchtigkeit auswirken, nachzulesen in den "Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahrereignung" beruflich ist darauf zu achten, dass z.B. Tätigkeiten mit Absturzgefahr vermieden werden.