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Die Praxis ist geschlossen vom 22.12.2017.- 01.01.2018

Vertretung: Herr Dr. med. J. Welnic
Hauptstr. 68, 45549 Sprockhövel, Tel. Nr. 02324/ 395 63 67

In dringenden Notfällen ist mittwochs und freitags, am Wochenende sowie an Feiertagen ab 13:00 Uhr
der ärztliche Notdienst unter der Tel. Nr. 116 117 erreichbar.

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Depressionen

Wie äußern sich Depressionen?

Depressionen gehören zu den am häufigsten auftretenden psychischen Problemen. Eine „traurige Stimmung" und eine behandlungsbedürftige  Depressionen werden häufig in einen Topf geworfen.

Im Gegensatz zu einer zeitweise niedergedrückten Stimmung  können bei einer krankheitswertigen Depression die Beschwerden jedoch weder mit Anstrengung noch mit Willenskraft verändert werden, die Betroffenen sind auch nicht aus der Depression auflockerbar.

In der Depression erleben sich die Patienten tieftraurig. Sie wollen unbedingt etwas leisten, schaffen es aber nicht. Sie machen sich Selbstvorwürfe, können sich nicht mehr konzentrieren, der Schlaf ist meistens schlecht, auch können sie unspezifische körperliche Beschwerden entwickeln. Es gibt Tagesschwankungen mit morgendlichen Tiefs und Verbesserung zum Abend hin, so dass die Patienten dann denken, ihre Erkrankung überwunden zu haben. Doch am nächsten Morgen fehlen ihnen wieder der Antrieb und der Lebensmut. Für diese Erkrankungen gibt es keine erkennbaren Ursachen. Zur Zeit werden Stoffwechselstörungen im Gehirn angenommen. Bipolare Erkrankungen werden wie die Schizophrenie vorrangig medikamentös behandelt. Die Behandlung hat das Ziel, die Patienten aus der Krise zu holen, sie zu stabilisieren und vor weiteren Rückfällen zu schützen. Im optimalen Fall erkrankt der Patient nie wieder.

Hinter dem Begriff Depression verbergen sich allerdings noch viele andere Störungsbilder, die sehr unterschiedliche Ursachen haben können. Depression ist nicht gleich Depression. Es muss differenziert werden, ob es sich um eine Depression im Sinne einer psychotischen Erkrankung handelt (wie oben beschrieben), ob es sich um eine depressive Reaktion auf ein belastendes Ereignis handelt oder um eine Persönlichkeit, die von Haus aus so veranlagt ist, dass das Glas immer halb leer ist. Wenn bestimmte Bedingungen zusammen kommen, können diese Personen depressiv dekompensieren. Es ist wichtig herauszufinden, welche Ursachen die depressive Symptomatik begründen, um danach den Therapieplan zu richten. In einem Fall ist der Schwerpunkt die medikamentöse Behandlung einer begleitenden supportiven Therapie, in anderen Fällen ist das Mittel der Wahl die Psychotherapie. Bei anderen Patienten kann es notwendig sein, die Lebensbedingungen zu verändern, um aus Krisen heraus zu kommen.

Auch hinter körperlichen Beschwerden, wie z.B. Kopf-, Nacken- und Kreuzschmerzen, Schmerzen in den Armen und Beinen, Druckgefühle im Brustraum, das Gefühl nicht durchatmen zu können, Herzbeschwerden, Verdauungsbeschwerden, Übelkeit mit Beschwerden in der Magengegend und krampfähnliche Schmerzzustände im Unterleib, können sich Depressionen verbergen.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Verhaltenstherapie

Bei den meisten Patienten treten Veränderungen der Wahrnehmung und des Denkens auf. So treten bei Betroffenen Gedanken auf, dass sie selbst wertlos sind, dass sich Dinge niemals zum Besseren wenden werden und dass die Zukunft nichts Positives bringt. Die Aufmerksamkeit ist vorwiegend auf negative und belastende Aspekte des Lebens gerichtet ,und positive Dinge des Alltags werden kaum gesehen oder geschätzt.

Unbedingt sollte körperliche Aktivität  Bestandteil der Therapie sein.

Ergänzt wird die Therapie durch das Erlernen von Entspannungstechniken und das Wiedererlernen der Genussfreude („Euthymes Training").

Lichttherapie

 Wir wissen, dass Licht guten Einfluss auf unsere Stimmung hat. Die Lichttherapie kann daher unterstützend in der Behandlung von Depressionen eingesetzt werden. Es gibt spezifische Lampen, die Patienten an ihrem Arbeitsplatz oder zu Hause selber aufstellen können, um depressiven Verstimmungen entgegenzuwirken.

Medikamentöse Behandlung

Bei der medikamentösen Therapie werden Antidepressiva eingesetzt. Hier gibt es verschiedene Substanzgruppen mit unterschiedlicher Wirkung: Einige Medikamente haben schlaffördernde Wirkung, sie werden bevorzugt am Abend gegeben, um den Schlaf zu regulieren und so auf die zusätzliche Gabe von Schlafmitteln verzichten zu können. Andere Antidepressiva haben eher einen antriebssteigernden oder antriebsneutralen Effekt. Zu beachten ist, dass die Medikamente nicht zu Tagesmüdigkeit führen und möglichst keine Nebenwirkungen entwickeln. Da die Reaktion der einzelnen Personen auf die Medikamente unterschiedlich und nicht vorhersehbar ist, es empfiehlt sich, immer vorsichtig und mit niedrigen Dosen zu beginnen. Antidepressiva machen nicht abhängig. Wie viele andere Medikamente für körperliche Erkrankungen auch, können sie auch langfristig notwendig werden, damit die Betroffenen so gesund wie nur möglich bleiben.