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Die Praxis ist geschlossen vom 22.12.2017.- 01.01.2018

Vertretung: Herr Dr. med. J. Welnic
Hauptstr. 68, 45549 Sprockhövel, Tel. Nr. 02324/ 395 63 67

In dringenden Notfällen ist mittwochs und freitags, am Wochenende sowie an Feiertagen ab 13:00 Uhr
der ärztliche Notdienst unter der Tel. Nr. 116 117 erreichbar.

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Schizophrenie

Was bedeutet Schizophrenie?

Die Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung, die sich auf sämtliche Bereiche der Persönlichkeit auswirkt, auf das Denken, das Fühlen und das Handeln. Die Betroffenen können sehr unterschiedliche Symptome entwickeln, wie Wahnvorstellungen mit der Furcht, verfolgt zu werden. Die Patienten hören Stimmen oder Geräusche, durch die sie sich ständig belästigt fühlen. Sie können nicht erkennen, dass ihre Wahrnehmungen krankheitsbedingt sind, und sie können nichtmehr  zwischen Realität und Wahrnehmungsstörungen unterscheiden. Für sie ist das, was sie wahrnehmen oder denken, Realität. Auf der einen Seite können die Betroffenen sich im realen Leben normal bewegen, auf der anderen Seite haben sie eine eigene, für andere nicht nachvollziehbare Realität ("doppelte Buchführung"). Es ist nicht möglich, die Betroffenen durch Logik oder Überzeugungskraft von ihren irrigen, kranken Gedanken und Wahrnehmungsstörungen abzubringen.

Patienten mit Schizophrenie leiden aber nicht nur unter solchen so genannten produktiven Symptomen, sie haben sehr häufig ausgeprägte Ängste, ziehen sich zurück, meiden Menschen und Reizüberflutungen, haben Schwierigkeiten sich zu konzentrieren, Handlungen zu planen und durchzuhalten, sind nicht mehr belastbar, nicht mehr leistungsfähig, leiden unter Schlafstörungen und gelegentlich auch unter verstärkter Reizbarkeit. Aggressives Verhalten ist nicht typisch, kann aber auftreten, wenn sich die Betroffenen vermeintlich bedroht fühlen und sich wehren oder schützen wollen, auch wenn diese Bedrohung nicht der Realität entspricht.

Die unterschiedlichen Typen der Schizophrenie:

Es gibt verschiedene Verlaufstypen der Schizophrenie.

Die Hebephrenie beginnt in aller Regel in der Jugend und zeigt eine Mischung verschiedenster Symptome. Weniger stehen hier Wahnvorstellungen oder Halluzinationen im Vordergrund, eher sind es Denkstörungen, Ängste und auch auffällige Verhaltensweisen, die zum Teil bizarr anmuten können.

Die paranoid-halluzinatorische Psychose ist gekennzeichnet von so genannten Schüben, in denen Symptome, wie Wahnvorstellungen und Verfolgungsideen, verstärkt auftreten.

Bei der katatonen Schizophrenie stehen Bewegungsstörungen im Vordergrund. Entweder zeigen die Betroffenen Erregungszustände, die kaum von außen beherrschbar sind, oder sie neigen zu Erstarrung, können in bizarren Körperhaltungen verharren, Bewegungsstereotypien zeigen oder in eine Katatonie fallen. Dieser Zustand kann lebensbedrohlich sein und bedarf intensiver Behandlung.

Es gibt eine Verlaufsform, die blande Schizophrenie oder die Schizophrenia simplex, die unspektakulär und langsam schleichend verläuft. Die Patienten wirken meist etwas merkwürdig, verschroben, eigenbrötlerisch, ohne ansonsten auffällig zu sein. Typisch sind so genannte Minus-Symptome, wie Konzentrationsstörungen, fehlende Ausdauer, eine Antriebsminderung und affektive Verflachung. Häufig leben diese Betroffenen sehr zurückgezogen und sozial isoliert.

Lang dauernde Verläufe oder auch schlecht behandelte Erkrankungen können zu einem so genannten Residuum führen, einem Zustand anhaltender Persönlichkeitsveränderung.

Behandlung

Heute lässt sich die Schizophrenie gut diagnostizieren und gut behandeln. Die Basis der Behandlung ist eine adäquate medikamentöse Therapie, ohne Neuroleptika geht es in aller Regel nicht. Die Neuroleptika greifen in den Hirnstoffwechsel ein und führen dazu, dass sich die Wahnsymptome und Halluzinationen zurückbilden. Im Rahmen der Therapie gewinnen die Patienten von ihren psychotischen Gedanken Abstand und sind wieder zu einer realistischen Sichtweise fähig. Sie verlieren ihre Ängste und können im besten Fall auch wieder die Schule besuchen, studieren oder zur Arbeit gehen.

Neben der adäquaten medikamentösen Behandlung gibt es eine Reihe unterstützender Hilfen. Es gibt Psychoedukation, ambulante Hilfsdienste, die die Betroffenen, die schwerer erkrankt sind, auch in ihrem häuslichen Umfeld aufsuchen, betreuen und begleiten, je nach Bedarf. Es gibt Tageseinrichtungen und Rehakliniken speziell für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Es gibt Kontakt- und Krisenstellen, an die sich die Betroffenen wenden können, Tageskliniken und Einrichtungen, in denen schwerer Erkrankte leben, wenn sie nicht mehr alleine zurechtkommen und intensivere Betreuung brauchen. Dank der vielfältigen therapeutischen Möglichkeiten und einer wesentlich verbesserten Psychopharmakotherapie ist es vielen Patienten mit einer solchen Erkrankung heute möglich, ein normales Leben zu führen, einem Beruf nachzugehen, eine Partnerschaft zu pflegen und eine Familie zu gründen.

Ist eine schizophrene Symptomatik verstärkt mit affektiver Störung verbunden, kann es sich um eine Mischerkrankung handeln, die man schizoaffektive Psychose nennt.